Unmittelbar nach der Regierungserklärung zum Energiekonzept Thüringen 2020 wandte sich das Team der Bioenergieregion gemeinsam mit dem Landrat an die Ministerpräsidentin und bot Unterstützung an. Der Besuch der Ministerpräsidentin heute ist auch eine Antwort auf diesen Brief.

 

 

 

Eine Ministerpräsidentin auf Sommertour. Im Gepäck: Blumen und Glückwünsche. Nicht für den Gastgeber, sondern für einen Jubilar: Volker Graul ist Vorstandsmitglied der Agrargenossenschaft Schkölen und erlebt an diesem 20. Juli seinen 60. Geburtstag mit einem ganz besonderen Gast. Christine Lieberknecht indes ist nicht zum Feiern gekommen: fünfzig „energiegeladene“ Orte in elf Tagen: das bedeutet Arbeit, fordert ständige Aufmerksamkeit und Aufnahmebereitschaft. Neben der Agrargenossenschaft Schkölen stehen heute noch vier weitere Stationen im Terminplan der Ministerpräsidentin, alle in der Bioenergieregion Jena-Saale-Holzland. Andreas Heller stellt diese Region als Landrat und Chef des Bioenergieregion-Projektträgers RAG e.V. kurz vor, dann folgt eine erste anschauliche Lektion in Sachen erneuerbare Energien: Was Projektleiterin Ina John da an die Landesherrin übergibt ist nicht einfach ein Blumenstrauß, sondern eine Energiepflanze, die seit einigen
Wochen auf knapp 8 Hektar Anbaufläche im Landkreis wächst. Bevor sie irgendwann in einer Biogasanlage landet um Strom zu erzeugen, bewirtet die mehrjährige Pflanze Insekten und bietet Schutz vor Bodenerosion. Informationen zu einem Teilprojekt der Bioenergieregion, quasi „durch die Blume“. Wo die durchwachsene Silphie in einem Jahr hin soll zeigt dann Tino Köbe, Chef der Schkölener Agrargenossenschaft. Seine Biogasanlage haben in diesem Jahr schon mehrere Hundert Gäste aus aller Welt gesehen. Der Bedarf an Führungen wächst, Wissen und Erfahrungen der Netzwerkpartner der Bioenergieregion sind gefragt. Eben dieses Know How will die Bioenergieregion Jena-Saale-Holzland dem Freistaat zur Verfügung stellen. „Die Bioenergieregion Jena-Saale-Holzland ist ein fester Pfeiler im Energiekonzept des Freistaates und beispielgebend“, so die Ministerpräsidentin. Das leuchtet ein, zumal sich der Landkreis laut einer Studie des Thüringer Institutes für Nachhaltigkeit und Klimaschutz bereits heute zum Großteil mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt.

Wie das funktioniert, wie die einzelnen Glieder regionaler Wertschöpfungsketten und -kreisläufe ineinander greifen – all das vermitteln die Stationen dieses Besuches in zahlreichen Facetten. Etwas knapp gerät die Darstellung der Region allenfalls im Bereich Bildung, zumal dort verortete Teilprojekte der Bioenergieregion, wie z.B. das Jugendforschungscamp für erneuerbare Energien,  bereits bundesweite Beachtung gefunden haben. Geschuldet ist dies wohl dem dicht gefüllten Arbeitsplan und den vielen unterschiedlichen Interessen, dem ein Besuch der Ministerpräsidentin gerecht werden will. Für das Erreichen der gesetzten Ziele indes ist es ein gutes Zeichen, wenn eine Region so viele und engagierte Akteure im Bereich erneuerbare Energien aufweisen kann. Für ein Fortbestehen der Bioenergieregion über den Zeitraum der Bundesförderung hinaus sieht die Ministerpräsidentin daher durchaus Chancen, verweist aber auf Förderprogramme im "Bund-Länder-Verhältnis".

Aktualisiert (Freitag, 22. Juli 2011 um 11:17 Uhr)