Seit sechs Jahren Dampf auf dem Kessel im Holzkraftwerk Schkölen

In Schkölen steht ein kleiner, aber bedeutender Geburtstag an: Am 13. November 2006 ging das Biomassekraftwerk auf Holzbasis in Betrieb.
Die von den Mitarbeitern "Blaue Berta" getaufte Dampfturbine habe seither jedes Jahr mehr als 8000 Volllaststunden erreicht. Dies bedeute jeweils 42 000 Megawattstunden Strom und 72 000 Megawattstunden Wärme.
Die Tradition der Nutzung erneuerbarer Energie geht in Schkölen in das Jahr 1993 zurück. "Damals startete hier Deutschlands erstes und größtes Strohheizwerk den Betrieb", erzählt Schumann, Geschäftsführer der BKS Bio-Kraftwerk Schkölen GmbH. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde es im Jahr 2000 privatisiert. Die neu gegründete BKS Bio-Kraftwerk Schkölen GmbH suchte nach einer effizienteren Technologie und fand sie in der Holzverbrennung. "Aus ökonomischer und ökologischer Sicht ist aber die Kraft-Wärme-Kopplung entscheidend", betont der Geschäftsführer.
Derzeit hat BKS 230 Kunden, darunter auch die benachbarte Biowärme Gemüse Schkölen GmbH. Das Fernwärmenetz ist rund neun Kilometer lang. "In diesem Bereich haben wir aber durchaus noch Potenzial", sagt Schumann. Seit Sommer hätten sich 18 neue Interessenten gemeldet, die bis Mai angeschlossen sein sollen. "Wir konnten jedem individuell zeigen, dass er mit unserer Fernwärme günstiger heizt als mit Öl, Gas oder Strom." Der Preis der BKS liegt ohne Steuern bei 6,9 Cent je Kilowattstunde. Aktuell bereiten sich die 13 Mitarbeiter auf die Wintersaison vor. Auf zirka fünf Hektar Fläche wird ein Holzvorrat gelagert, der für drei Monate reichen soll. "Das ist eine sichere Menge, mit der wir auch Witterungsextreme verkraften können", so Schumann. Entscheidend sei aber auch, dass die Kunden ihre Fernwärmestationen noch einmal warten lassen. "Am besten von einer Fachfirma", meint der BKS-Chef.

Quelle: OTZ (08.11.12)