Schlöben: Bionenergiedorf 2012

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeichnet die Dörfer Schlöben (Thüringen), Oberrosphe (Hessen) und Großbardorf (Bayern) als „Bioenergiedörfer 2012“ aus. Mit ihrem ganzheitlichen Konzepten, innovativer Technik, dem effizienten Umgang mit Ressourcen und überdurchschnittlichem bürgerschaftlichen Engagement konnten die drei Orte die Jury des Wettbewerbs überzeugen.


Schlöben (Thüringen)
Das Konzept des Bioenergiedorfs Schlöben ist voller Ideen und Innovationen, die von den Bioenergiedörfern Jühnde in Niedersachsen und Güssing in Österreich inspiriert wurden. Im Jahr 2009 wurde die Bürgergenossenschaft "Bioenergiedorf Schlöben eG" gegründet, an der nicht nur alle Wärmeabnehmer, sondern auch die Kommune, der Landkreis und ein lokales Agrarunternehmen beteiligt sind. Den Großteil der Energie liefert auch in Schlöben eine Biogasanlage. Das dort erzeugte Biogas wird in einer Mikrogasleitung an drei Satelliten-Blockheizkraftwerke weitergeleitet, die an mehreren Standorten teils direkt im Ort Strom und Wärme für die 480 Einwohner produzieren. Zusätzliche Wärme liefert im Winter ein Holzhackschnitzelheizwerk mit 500 Kilowatt Leistung.
Die Schlöbener achteten von Anfang an auf Effizienz, möglichst kurze Transportwege und die Nutzung von Synergieeffekten. So wurden während der Verlegung des 5,8 Kilometer langen Nahwärmenetzes parallel die Energie-, Wasser- und Abwassertrassen saniert und ein Breitbandkabelnetz installiert. Das Rapsöl, das für die Stützfeuerung der Zündstrahl-Blockheizkraftwerke benötigt wird, wird von einem ortsansässigen Agrarunternehmen erzeugt und auch für die Schlepper eingesetzt. Die Hackschnitzel kommen aus Landschaftspflegemaßnahmen der Gemeinde und aus Waldrestholz der Genossenschaftsmitglieder. Um Strom zu sparen, setzten die Bürger in Schlöben zahlreiche Sparmaßnahmen wie die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen um. Außerdem glätten die Bewohner die Heizkurve, indem die Abnehmer zu unterschiedlichen Zeiten heizen.

Quelle: FNR (21.09.2012)