Verwertung von Landschaftspflegematerial im Rhein-Hunsrück-Kreis

Vertreter der Leader Region Saalfeld-Rudolstadt hatten die Möglichkeit an einer durch die RAG Saale-Holzland organisierten Best Practice Fahrt teilzunehmen. Grundlage der gemeinsamen Aktion ist die seit 2012 bestehende Partnerschaft der Leader Region Saalfeld-Rudolstadt mit der Thüringer Bioenergie-Region.

Ziel der Fachexkursion war der Rhein-Hunsrück Kreis. Hier wird die Sammlung und Verwertung von Grünschnitt und Landschaftspflegematerial professionell durch den kreislichen Entsorgungsbetrieb organisiert. Die Rhein-Hunsrück Entsorgung ist als Anstalt öffentlichen Rechts wirtschaftlich selbständig und arbeitet mit Dienstleistern aus der Region zusammen, die das Material für eine thermische Verwertung aufbereiten. Wichtig ist die Erkenntnis, dass für eine wirtschaftlich sinnvolle Wertschöpfung bestimmte Mengen - sowohl beim verwertbaren Material als auch bei der Wärmeabnahme - erforderlich sind. Im Rhein-Hunsrück Kreis wurden mittlerweile drei kreiseigene Schulzentren mit Heizanlage, Lagergebäude und Nahwärmenetz ausgerüstet. Betreiber der Anlagen ist die Rhein-Hunsrück Entsorgung. Die Sammlung des Materials erfolgt auf 120 kommunalen Sammelplätzen. Die Bürger sind hochmotiviert. In umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit wurde ihnen klar gemacht, dass sie mit ihrem Grünschnitt für warme Klassenzimmer ihrer Kinder sorgen. Bei der Aufbereitung des Materials fällt als Nebenprodukt hochwertiger Kompost an, der zum Teil wieder auf die Sammelplätze zurücktransportiert wird und hier zum kostenlosen Gebrauch für die Anwohner zur Verfügung steht. Der Kompost wird außerdem zu einem moderaten Preis an Landwirtschaftsbetriebe und Weinbauern der Region abgegeben. In den kleinen Orten, deren Größe mit den Dörfern in der Region Saalfeld-Rudolstadt vergleichbar ist, hat sich eine hohe öffentliche Kontrolle entwickelt. Damit ist sichergestellt, dass das unerwünschte Ablagern von sonstigem Müll seltene Ausnahme bleibt. Mit dem Landkreis als Schulträger wurden günstige Verträge mit auf 15 Jahre festgelegten Festpreisen ausgehandelt. Die Technik in den Heizhäusern läuft seit 2010 ohne Probleme. Für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, der über umfangreiche und kontinuierlich anfallende Mengen von Landschaftspflegmaterial aus dem privaten und öffentlichen Bereich verfügt, ein nachahmenswertes Konzept. Es steht also nicht die Frage, ob es geht, sondern: Wer könnten bei uns die Protagonisten sein?

Quelle: leader-saalfeld-rudolstadt.de (21.10.2012)