In Eisenberg wird jetzt Blockheizkraftwerk gebaut

In Eisenberg begann am 4.2.2013 offiziell der Bau des neuen Blockheizkraftwerkes (BHKW). Bürgermeister Ingo Lippert (SPD) durfte das Absperrband vor der Baustelle zerschneiden und freute sich: "Mit dem neuen Kraftwerk haben wir eine nachhaltige Lösung." So werde die neue Anlage auf Biomethan-Basis nicht nur umweltfreundlich betrieben und deshalb auch gefördert. Sie sei vielmehr auch vor weiterem steuerlichen Ungemach sicher.

"Die Bundesregierung, egal welcher Färbung, wird es ja nicht tatenlos hinnehmen, dass Deutschland die Klimaziele noch immer verfehlt", so Lippert. Eisenberg sei mit dem neuen Kraftwerk aber gut gerüstet. "Wir wollen die Energiewende ja auch positiv begleiten", betonte der Bürgermeister. Auch Landrat Andreas Heller (CDU)zeigte sich zufrieden, da das BHKW den Zielen der Thüringer Bioenergieregion entspreche. "Wir wollen Beispiele schaffen, an denen sich auch andere Kommunen orientieren können", sagte Heller, der auch Vorsitzender der Regionalen Aktionsgruppe ist. Die so genannte Energiezentrale wird an der östlichen Ecke des Grundstückes der Stadtwerke nahe des Kreisverkehrs entstehen. Dort befindet sich derzeit noch eine Zisterne, die Wasser für das alte Heizkraftwerk bereitstellte, informierte Volker Sosna, Geschäftsführer der Bioheizkraftwerk Eisenberg GmbH (BHE). Die frühere Anlage war mit Holzresten befeuert worden und musste 2011 stillgelegt werden. Damals hatte sich eine Bürgerinitiative gegen die starke Rauchentwicklung gewehrt. Als Zwischenlösung arbeiteten die Stadtwerke mit gemieteten Gascontainern. Sie sollen nun im Juni vom neuen BHKW abgelöst werden. Das für den Betrieb nötige Biomethan soll von einem zertifizierten Erzeuger aus Mecklenburg-Vorpommern bezogen werden. "Wir haben zwar keinen Einfluss darauf, welches Gas aus der Leitung kommt, zahlen aber für das Biomethan", erklärte Sosna. "Bilanzieller Einsatz" werde dies genannt. "Das Kraftwerk hat seinen notariell beglaubigten Testlauf beim Hersteller schon bestanden", sagte Sosna gestern. Das sichere den Anspruch auf die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Rund 300 000 Euro soll der so genannte Technologiebonus jährlich einbringen. Auch die andere große Herausforderung stelle kein Problem dar: Aufgrund der an das Fernwärmenetz angeschlossenen öffentlichen Einrichtungen, Schulen und rund 1000 Wohnungen sei auch die geforderte Verwertung der Wärmeenergie gewährleistet. "Dank modernster Technik weist das Eisenberger BHKW mit einer gleichen Menge an Strom und Wärme ja auch eine hervorragende Bilanz auf." Mit dem jetzigen Standort sei auch die Problematik der Lärmbelästigung gelöst, meinte Sosna gestern. Ursprünglich war die Errichtung des BHKW auf dem Gelände der alten Umformerstation in Saasa geplant. Dagegen hatten die Anwohner Protest eingelegt.

Quelle: OTZ (05.02.2013)